19. November

19 11 2009

Der Scheisse-Reim

Scheisse auf dem Autodach
wird bei hundertachtzig flach.

Scheisse in der Badehose
gibt im Schwimmbad braune Sauce.

Scheisse in den Einkaufstaschen
hält die Kinder ab vom naschen.

Scheisse auf dem Fahrradreifen
gibt beim Bremsen braune Streifen.

Scheisse in des Hutes Rand
fällt beim Grüssen in die Hand.

Scheisse im Kanonenrohr
kommt zum Glück nur selten vor.

Scheisse auf der Kirchturmspitze
gibt der Luft besondre Würze.

Scheisse auf der Kirchturmspitze
sieht schlecht aus und stinkt bei Hitze.

Scheisse in der Kuchenform
verändert den Geschmack enorm.

Scheisse in der Lampenschale
gibt gedämpftes Licht im Saale.

Scheisse in die Luft geschossen
gibt bei Regen Sommersprossen.

Scheisse in der Manteltasche
ist die neue Modemasche.

Scheisse auf dem Mädchenbusen
hält die Jungens ab vom Schmusen

Scheisse auf der Penisspitze
zeugt von einer falschen Ritze.

Scheisse an der Sackbehaarung
zeugt von edler Maennerpaarung.

Scheisse auf dem Sofakissen
lässt Gemütlichkeit vermissen.

Scheisse in der Tageszeitung
sorgt für weiteste Verbreitung.

Scheisse auf dem Tellerrand
wird als Senf nicht anerkannt.

Scheisse auf dem Tennisschläger
macht den Gegner gleich zum Neger

Scheisse im Trompetenrohr
gibt Sommersprossen für den Chor.

Scheisse am Verkäuferkittel
ist kein gutes Werbemittel.

Scheisse in der Waschmaschine
ist ein Fall für Klementine.

Scheisse durch das Sieb geschossen
gibt die schönsten Sommersprossen.

Scheisse auf der Kirchturmspitze
fällt dem Pfarrer auf die Mütze.

Scheisse in der Wasserleitung
stört die Essenzubereitung.

Scheisse auf der ISO-Rolle
macht das Zelten nicht so dolle.

Scheisse auf des Mannes Zipfel
das ist doch der allerhöchste Gipfel.

Scheisse auf den Kühlerhauben
stammt wenn nicht von dir von Tauben.

Scheisse auf den Kinositzen
bringt die Reinmachfrau ins Schwitzen.

Scheisse auf Computerschirmen
tut den User arg erzürnen.

Scheisse aus erwachsnen Mündern
hört man wieder von den Kindern.

Scheisse in der Aktentasche
schützt vor Stoss die Thermosflasche.

Scheisse auf der Kirchturmspitze
bröckelt ab bei grosser Hitze…

 Irritiert?

„Sind Sie ein Falter oder ein Knüller? Vermutlich ein Falter, denn das Klopapier wird hierzulande ordentlich zusammengelegt. Das machen laut Marktforschungsstudien von Toilettenpapierherstellern etwa 90 Prozent der Deutschen so. Nur sechs Prozent halten sich nicht an das Konzept der Masse, sie knüllen die Blätter zu einem Ball. Wie übrigens auch ein Drittel aller Engländer, viele Franzosen und fast ausnahmslos alle Amerikaner. Und die restlichen vier Prozent der Deutschen? Die entfallen auf Spezialisten wie den «Wickler» oder den «Ein-Blatt-Abreißer»…
…“ Ein Trost zum Schluss: Sie finden Toiletten eklig, vor allem öffentliche? Dann wollen wir Ihnen eine Studie der Universität von Arizona nicht vorenthalten, die die Keimbelastung auf Klositzen mit der auf Telefonhörern, Computertastaturen und Computermäusen verglichen hat. Das Ergebnis wird vor allem all die Frauen interessieren, die sich bisher in der Abfahrtshocke erleichtert oder erstmal mit Klopapier ein gemütliches Nest auf der Brille gebaut haben: Nichts ist schlimmer als ein Telefonhörer – er landet auf der Bakterienschleuder-Skala ganz oben. Auch Tastatur und Maus können mit zahlreichen Fäkal- und Eiterbakterien aufwarten. Die Klobrille ist dagegen mit ein paar versprengten Keimen richtiggehend steril. Also: Bitte keine Berührungsängste mehr!“

(http://www.sonntagsblitz.de/artikel.asp?art=919107&kat=311)

Immer noch irritert?

Weitere Infos unter http://www.worldtoilet.org/

 





Einladung zur Martinsgans

15 11 2009

Wann der heilge Sankt Martin
Will der Bischofsehr entfliehn,
Sitzt er in dem Gänsestall
Niemand findt ihn überall,
Bis der Gänse groß Geschrey
Seine Sucher ruft herbey.
Nun dieweil das Gickgackslied
Diesen heilgen Mann verrieth,
Dafür thut am Martinstag
Man den Gänsen diese Plag,
Daß ein strenges Todesrecht
Gehn muß über ihr Geschlecht.
Drum wir billig halten auch
Diesen alten Martinsbrauch,
Laden fein zu diesem Fest
Unsre allerliebste Gäst
Auf die Martinsgänslein ein,
Bey Musik und kühlem Wein.

Achim von Arnim





Ein Trauertag

15 11 2009

Hunderttausend Menschen strömen
auf die Friedhöfe der Städte.
Die Gedanken gehn nach unten
und nach oben die Gebete.

Vater Staat hat uns befohlen,
heut der Toten zu gedenken -
ihnen Kränze oder Blumen
oder Tränen gar zu schenken !

Vater Staat mischt sich in alles,
selbst in die intimsten Dinge -
als ob der, der wirklich trauert,
nicht auch so zum Friedhof ginge . . .

Heinz Erhardt





15.11.09

15 11 2009

Kein Mensch hat so schwerwiegende Fehler, dass sie nicht durch ein erstklassiges Begräbnis aus der Welt geschafft werden.

(Robert Lembke)





Fünfter November

5 11 2009

Schon Spätherbst. Abend, Bäume im Garten –
das Fenster voll schwarzer Gesten. Beredter.
Die abgezehrten Züge der Felder. Schlaff hängt der Horizont
von den ausgehungerten Stangen der Wege. Schon Spätherbst.

 Abend, eine Stimme: – Ohne ausgegangen zu sein, tratst du ein.
Jetzt triffst du keinen mehr, wirst aber alle sehen. –
Viel bleibt nicht zu tun – an den Zaun treten,
das Wasser wegstellen, im Finstern bleiben. Fünfter November

Petr Borkovec





Allerseelen

2 11 2009

Die Männlein, Weiblein, traurige Gesellen,
Sie streuen heute Blumen blau und rot
Auf ihre Grüfte, die sich zag erhellen.
Sie tun wie arme Puppen vor dem Tod.
O! wie sie hier voll Angst und Demut scheinen,
Wie Schatten hinter schwarzen Büschen stehn.
Im Herbstwind klagt der Ungebornen Weinen,
Auch sieht man Lichter in die Irre gehn.
Das Seufzen Liebender haucht in Gezweigen
Und dort verwest die Mutter mit dem Kind.
Unwirklich scheinet der Lebendigen Reigen
Und wunderlich zerstreut im Abendwind.
Ihr Leben ist so wirr, voll trüber Plagen.
Erbarm’ dich Gott der Frauen Höll’ und Qual,
Und dieser hoffnungslosen Todesklagen.
Einsame wandeln still im Sternensaal.

(Georg Trakl)





Ein alter Knochen

28 10 2009

Sieht so aus:

alter Knochen
Dass ich mittlerweile auch zu dieser Kategorie gehöre, wurde mir bewusst beim Lesen einer historischen Abhandlung über IT auf dem Blog von Ulf.

Der dann auch noch ein wenig darüber witzelte, dass mein Führerschein seit meinem letzten Umzug abgängig ist. Das hat mir nun keine Ruhe gelassen, zumal ich vor knapp 3 Wochen einen Kurz-Trip ins benachbarte Ausland unternommen habe und dachte, da wäre es wirklich besser, den Führerschein dabei zu haben. Also habe ich meine Bemühungen vertieft (in der IT würde man jetzt sagen den Such-Algorithmus verfeinert), und letztlich war die Suche auch erfolgreich. So sieht das Ding von vorne aus:

führerschein1

Und so die Innenseite:

führerschein2

Mann, waren das noch Zeiten. Ich war ein hoffnungsvoller junger Polizeibeamter, ab und zu hat mir auf der Straße noch eine Frau hinterher geschaut, mein Weltbild war weder eingetrübt noch allzu kritisch und das äußerte sich dann auch bei der Wahl meines ersten Autos:

Manta 

Ja, es war nicht nur ein Manta, er war auch noch weiß!
Bis auf den Heckspoiler, der war bei meinem Exemplar schwarz.

Nein, er hatte keinen Fuchsschwanz und ich war weder zu diesem noch zu einem späteren Zeitpunkt mit einer Friseurin befreundet (Friseuse sagt man ja nicht mehr…)

Also lieber Ulf, jetzt bist Du dran.

Während ich in der nächsten Zeit deutlich kürzer treten werde.
Nicht, weil mir nach Extremcouching wäre, sondern weil mich momentan andere Dinge beschäftigen, so dass ich vorerst nur noch sporadisch bloggen werde.





Worte, nichts als Worte

28 10 2009

Worte

Bruni Kantz

Der ich ganz herzlich für dieses Gedicht danke.
Und für ihre Erlaubnis, es hier einzustellen.





Mein Speiseplan

28 10 2009

Zuerst

löffle ich die Suppe aus

die du mir

eingebrockt hast.

Danach lasse ich mir

deine Nähe schmecken,

trinke von deinem Lächeln

und koste

von deiner Schokoladenseite.

Genug habe ich damit

aber noch lange nicht.

Mein Appetit auf dich

ist unersättlich

(Ernst Ferstl)

 





Der Vollständigkeit halber…

28 10 2009

 

greenpeace

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