Fünfter November

5 11 2009

Schon Spätherbst. Abend, Bäume im Garten –
das Fenster voll schwarzer Gesten. Beredter.
Die abgezehrten Züge der Felder. Schlaff hängt der Horizont
von den ausgehungerten Stangen der Wege. Schon Spätherbst.

 Abend, eine Stimme: – Ohne ausgegangen zu sein, tratst du ein.
Jetzt triffst du keinen mehr, wirst aber alle sehen. –
Viel bleibt nicht zu tun – an den Zaun treten,
das Wasser wegstellen, im Finstern bleiben. Fünfter November

Petr Borkovec


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4 Antworten

6 11 2009
bruni kantz

Der November kommt in Form. Er tut sein Bestes dafür, daß ich ihn nur manchmal mag. Ich mag ja seine Nebel, aber nicht sein Grau, das am Morgen beginnt, am Mittag zur Hochform aufläuft und am Abend grauenhaft duster wird.

6 11 2009
karin

so grau ist der November doch gar nicht! Gestern war ein irres wechselndes Farbenlichtspiel hier den ganzen Tag am Himmel zu sehen, das wechselte bis zum Boden, wenn Sonne, Regen und Wind mit den noch an den Bäumen haftenden buntgefärbten Blättern spielte und den bunt raschelnden Teppich an Blättern aufwirbelte…. allein das Wolkenspiel…….
Schokolade kaufen oder Tee……, Plätzchen, einen Kuchen backen, überraschend noch spätblühende Rosen, Margeriten, Gänseblümchen, selbst die Myrthe und die Erdbeere blüht bei mir noch, rettend in die Vase holen…..Mokkatässchen eignen sich wunderbar dazu…. und vor allem Kerzen anzünden…..
beim Spaziergang Vogelfedern sammeln……
gestern lag der Main als wunderschön ruhiges ,zwar graues Band ohne Wellengekräusel still…kein trüber Anblick…sondern einer voller Ruhe….
ich habe mir angewöhnt, mein Weihnachtsservice schon ab 10. November zu benutzen…es zeigt allerdings keine Tannenbäume sondern nur Christrosen und Mispeln an den Rändern (ist von Spode und heißt Christmas Rose)…das erhöht die Vorfreude…..
Rosmarinkekse backen

115 g Butter
55 g Zucker
180 g Mehl
1-2 Eßl. frischen Rosmarin feingehackt
Puderzucker
Backofen vorheizen und bei 160° backen

Butter und Zucker gut miteinander verrühren, Mehl und Rosmarin einarbeiten. Den Teig 1/2 cm dick ausrollen und runde Plätzchen ausstechen. Auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech 15-20 Min. backen, sie sollen gerade eben hellbraun werden. Abkühlen lassen und mit Puderzucker bestäuben.
und da die Plätzchen so gut zu Herzhaftem wie zu Süßem schmecken…..ich backe immer gleich die doppelte Menge…..

@Michael: stell mal wieder etwas Liebespoesie ein ….

bzw. ich mache mal den Anfang…vielleicht vertreibt die auch die erdenschweren Gedanken….. zum Beispiel in Anthologien stöbern, Füße hochlegen…..keine Aktivitäten draußen lenken uns ab und in Poesie eintauchen……Zeit dafür haben…und wann….im November….der Dezember wird schon wieder hektisch…… los…lassen… wie die Bäume die Blätter…. und auch dem Grau etwas abgewinnen…außerdem laßt Euch mal Abstufungen des Grau einfallen, silbergrau, eisgrau, perlgrau (Helligkeit im Grau gefangen)…..spielt mit dem Wort grau…..und macht kein Grauen daraus -:)))
und jetzt was für die sehnsüchtige Seele….

Sanft legte Dich die Liebe auf mein Bett

Sanft legte Dich die Liebe auf mein Bett
In Deinem schönsten Kleid aus Scham und Blöße,
Und draußen kam die Nacht auf atemlosen Schnee,
Und auch Gottvater kam in atemloser Größe.
Mit vollem Auge hat der Gott geweint, gelacht.
Du hast Dein Herz und Deinen Leib
Zur Krone dieser Nacht gemacht. Max Dauthendey

Empfang

Aber komm mir nicht im langen Kleid!
komm gelaufen, daß die Funken stieben,
beide Arme offen und bereit!
Auf mein Schloß führt keine Galatreppe;
über Berge geht’s, reiß ab die Schleppe,
nur mit kurzen Röcken kann man lieben!

Stell dich nicht erst vor den Spiegel groß!
Einsam ist die Nacht in meinem Walde,
und am schönsten bist du blaß und bloß,
nur beglänzt vom schwachen Licht der Sterne;
trotzig bellt ein Rehbock in der Ferne,
und ein Kuckuck lacht in meinem Walde.

Wie dein Ohr brennt! wie dein Mieder drückt!
rasch, reiß auf, du atmest mit Beschwerde;
oh, wie hüpft dein Herzchen nun beglückt!
Komm, ich trage dich, du wildes Wunder:
wie dich Gott gemacht hat! weg den Plunder!
und dein Brautbett ist die ganze Erde. Richard Dehmel

startet gut ins hoffentlich nicht gräuliche Wochenende……
das Novemberkind Karin

6 11 2009
bruni kantz

Karin, „Sanft legte dich die Liebe auf mein Bett“ ist wunderschön, viel schöner als der November – er ist doch grau – egal wie Du ihn verteidigst ☺

15 11 2009
bruni kantz

Die Trauer traf dich
und ließ dich allein
im Dunkel sein.

Schwarze Gesten
am Fenster stritten
um gute Plätze.

Es war, als ob sie
dein Innen besetzen.

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