Sommer vorbei?

7 09 2009

Hoffentlich noch nicht!

Kalendarisch ist es in gut zwei Wochen so weit, meteorologisch ist ja bereits seit knapp einer Woche Herbst. 

Den Herbst eingeläutet haben mittlerweile auch meine Balkonpflanzen.

Cosmea

Wachstum und Blütenfülle der Cosmea, die normalerweise unermüdlich bis zum ersten Frost blüht, lassen bereits deutlich nach, was aber auch damit zusammenhängt, dass es ihnen in ihren Pflanzgefäßen auf dem Balkon einfach zu eng geworden ist. Ich denke, dass es in dieser Saison der letzte Strauß ist, den ich von ihnen geschnitten habe.

Ähnlich sieht es mittlerweile mit den Sonnenblumen aus.
Und das ist traurig, denn die sind für mich die typischen Blumen des Sommers. Leider geht ihnen allmählich die Kraft zum Wachsen und Blühen aus, bei mittlerweile gut 3 m Höhe in einem 20-l-Pflanzkübel sind ihre Tage nun gezählt.

Sie stammen ursprünglich aus Mittelamerika, der Eroberer Franco Pizarro sah sie zum ersten Mal bei den Inkas, spanische Seefahrer brachten sie dann mit nach Europa.

Dass sie ihren Kopf immer der Sonne entgegendrehen, ist übrigens ein Märchen. Das passiert nur bei jungen Knospen, diese folgen an sonnigen Tagen im Tagesverlauf der Sonne und drehen sich dabei von Osten nach Westen. Sobald die Blüten älter werden, verhärten ihre Stängel, meistens zeigen sie dann dahin, wo die Sonne aufgeht.

Sonnenblumen sollen nicht nur die Fähigkeit besitzen, dem Boden Schadstoffe zu entziehen, sondern auch dem menschlichen Organismus. Ihr Öl soll entgiftend und entschlackend wirken und wird deshalb zum sog. „Ölziehen“ eingesetzt. Habe ich nie ausprobiert, ich benutze es lieber zum Kochen.

Sehr beliebt war die Sonnenblume auch bei den Blumenkindern der Hippiebewegung und als Symbol verschiedener ökologisch orientierter Parteien.
Ob es ein Zufall war, dass SPD-Kanzlerkandidat Frank Walter Steinmeier kurz vor der Bundestagswahl bei der offiziellen Vorstellung seines „Deutschland-Plans“ neben seinem Redepult eine Riesen-Vase mit Sonnenblumen stehen hatte, bezweifle ich ein wenig – jeder klaut, wo er was kriegen kann…

Ach ja, ein Märchen ist übrigens auch, dass Sonnenblumen immer gelb sein müssen.
Müssen sie nicht!

Sonnenblumen





Erfahrungsbericht Balkontomaten

19 07 2009

Für Balkongemüsegärtner und die, die das noch werden wollen…

Seit meinem Umzug im März steht mir endlich Mal wieder ein großer Balkon zur Verfügung. Den ich dauerhaft mit Rosen und Clematis bepflanzen möchte, aber dazu fehlte mir dieses Jahr die Zeit. Also habe ich beschlossen, was Nützliches zu tun - und ein paar Nutzpflanzen zu pflanzen (zu nutzen?). Und so wachsen jetzt auf meinem Balkon – neben Cosmea, Kapkörbchen, Fleißigen Lieschen, Franz Kafka, Lavendel, Malven, Männertreu, Petunien und Sonnenblumen auch reichlich Kräuter (Basilikum, Petersilie, Rosmarin, Salbei, Schnittlauch), zwei Zucchini-Pflanzen und einige Tomaten. Ich habe sie vorgezogen, also Anfang März ausgesät, irgendwann im April getopft und Mitte Mai ausgepflanzt. Jeweils 4 Balkontomaten (Sorte „Balkonzauber“)und 4 große Tomaten (Sorte „Harzfeuer“). Letztere habe ich nicht in Töpfe gepflanzt (die wären mir zu groß, zu schwer, zu teuer…) gewesen, sondern ohne Umweg gleich in die Säcke mit der Pflanzerde.

Pflanzsäcke

Nicht unbedingt schön, aber selten ;-)

Da ich auch keine Lust auf Spiralstäbe oder sonstige Tomatenstangen hatte (dafür aber zwei Pfosten zur Verfügung, zwischen denen ich ein kräftiges Kunststoffseil verspannen konnte), habe ich die Pflanzen einfach mit einer Wurstkordel (nein, das ist KEIN String-Tanga für Männer!) aufgebunden.

Rund 8 Wochen nach dem Auspflanzen haben die Pflanzen jetzt das Kunststoff-Seil (und damit die 2m-Marke) erreicht.
Der Fruchtansatz ist gut, sowohl bei den kleinen Balkontomaten als auch bei den großen („richtigen“) Tomaten.

 

Tomaten2

Früchte 1 Früchte 2

 

 

 

 

 

 


Früchte 3

Allerdings sind die Früchte immer noch grün und nicht rot.
Vielleicht sollte ich ihnen mal den ein oder anderen Spruch aus diesem Blog vorlesen…:-)





Sommer

4 07 2009

Sommer: für etliche Tage

Begleiter der Rosen zu sein;

was um erblühende Seelen

weht, das atmen wir ein.

Sehen in jeder, die stirbt,

eine Vertraute,

entschwundene Schwester, die wir

unter anderen Rosen überdauern.

(Rainer Maria Rilke)

rose





Nach dem Regen

3 07 2009

1bis3

 
Die Vögel zwitschern, die Mücken
Sie tanzen im Sonnenschein,
Tiefgrüne feuchte Reben
Gucken ins Fenster herein.
 
Die Tauben girren und kosen
Dort auf dem niedern Dach,
Im Garten jagen spielend
Die Buben den Mädeln nach.
 
Es knistert in den Büschen,
Es zieht durch die helle Luft
Das Klingen fallender Tropfen,
Der Sommerregenduft.

(Ada Christen)