Oh Mann (Frau), das Thema beschäftigt mich jetzt schwer.
Nein, es sind gleich zwei Themen.
Womit fange ich an?
Mit „Aufgewärmt schmeckt eben nur Rotkohl“ oder mit den „Exkindern“?
Mit letzteren, die liegen mir am schwersten im Magen.
Kürzlich bin ich über diese Bezeichnung gestolpert. Ex-Kinder. Das hat mir nicht nur auf den Magen geschlagen, er hat sich mir dabei fast umgedreht.
Wie auch immer ich es drehe und wende (Kinder von der Ex-Frau? Kinder, die deswegen dem Ex-Leben entsprechen?), es bleibt ein bitterer Nachgeschmack. Sodbrennen.
Kinder haben eine hohe Priorität im Leben. Zumindest in meinem Leben. Auch wenn die „Ex“ deswegen immer ein Thema bleiben wird.
Wenn für einen Menschen, der vielleicht noch über eigene Kinder nachdenkt, Kinder eines anderen Menschen ein Grund sind, der eine Beziehung zu ihm von vornherein verhindert, dann verstehe ich die Welt nicht mehr.
Ich glaube nicht, dass Mann/Frau (zumindest ab einem gewissen Alter) einen Menschen treffen kann, der völlig frei ist von „Altlasten“ ist. Und da ich beruflich mal mit „Altlasten“ zu tun hatte, gehe ich mit dem Begriff von vornherein sehr vorsichtig um. Nicht jede (in der Fachsprache als „Altablagerung“ oder „Altstandort) bezeichnete Verdachtsfläche ist tatsächlich eine „Altlast“. Entscheidend ist, ob von dieser Fläche eine „Kontamination“ und damit eine Gefährdung ausgeht oder nicht. Und selbst wenn sich dieser Verdacht bestätigt, muss eine „Altlast“ nicht immer eine „Altlast“ bleiben. Es gibt eine Reihe von Sanierungsmaßnahmen, die geeignet sind, die von der „Altlast“ ausgehende Gefährdung und Störung zu beseitigen.
Heilung ist möglich…
Zurück zum richtigen Leben. Ich habe eine Beziehung hinter mir, in der ich mit zwei „Ex“-Kindern konfrontiert wurde. Zwei Jugendliche, Jungs in der Pubertät. Mit denen ich zeitweilig unter einem Dach gewohnt habe. Das war gerade am Anfang absolut nicht einfach und zunächst mit viel Gemaule verbunden, das Diskussions-Spektrum reichte von brüllend lauter Musik über den Sinn und Unsinn von Fast-Food bzw. gesundem Essen bis hin zu verdreckten Geschirrbergen in der Küche. Es war echt grenzwertig, hart am Rand meiner Toleranzgrenze. Und es war so viel Diplomatie erforderlich wie nie zuvor in meinem Leben, ich hätte gar nicht gedacht, dass ich jemals in der Lage wäre, überhaupt so viel davon aufzubringen. Aber es ging. Es fand nicht nur eine Annäherung statt, sondern eine Begegnung. Über gemeinsame Hobbys, gemeinsam neu entwickelte Interessen und Aktivitäten. Ich habe in dieser Zeit völlig neue Seiten an Kindern entdeckt. Kinder, die erstens keine Mädchen sind (wie meine eigenen Kinder), Kinder, die sich im Übergang zum Erwachsenenalter befinden (während meine Mädchen deutlich jünger sind). Ich empfand diese Zeit als absolute Bereicherung meines Lebens, die ich nicht missen möchte.
Ich glaube, mit einer guten Portion Toleranz ist viel möglich.
Wenn am Anfang der gute Wille vorhanden und letztlich die Liebe groß genug ist.
(Fortsetzung folgt)
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